Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Makuladegeneration, altersbedingt (ARMD4, ARMD7) [H35.3]

OMIM-Nummer: 610698 (ARMD4), 134370 (CFH), 610149 (ARMD7), 602194 (HTRA1)

Dr. rer. nat. Christoph Marschall, M. Sc. Kathrin Wittkowski

Wissenschaftlicher Hintergrund

Die altersbedingte Makuladegeneration (ARMD) ist eine Erkrankung der Macula lutea (Gelber Fleck) und ist die häufigste Ursache für den Verlust der Sehkraft im Alter. Sie betrifft ca. 4,5 Millionen Menschen in Deutschland. Man unterscheidet zwischen einer trockenen und einer feuchten Form. Von der trockenen Makuladegeneration (ARMD 4) sind ca. 85% aller ARMD-Patienten betroffen. Hierbei kommt es durch abnehmende Stoffwechselleistung zu Lipidablagerungen (Drusen) unter der Netzhaut, die zunächst asymptomatisch bleiben. Im weiteren Verlauf kann es zu einem flächigen Zelltod des retinalen Pigmentepithels und somit zu einer Beeinträchtigung der Sehleistung kommen. Bei der feuchten Makuladegeneration (ARMD 7) kommt es zu einem Einwachsen von Blutgefäßen unter die Netzhaut, wodurch Ödeme und Blutungen auftreten. Durch Vernarbung der Gefäßmembranen kann die Sehfähigkeit weitgehend verloren gehen. Die feuchte ARMD ist seltener als die trockene Form und geht mit einem irreversiblen und schnell fortschreitenden Verlauf einher.

Der größte Risikofaktor für die ARMD ist das Alter. Des Weiteren spielen auch Faktoren wie Rauchen, ungeschützte Exposition der Augen gegenüber Sonnenlicht sowie familiäre Veranlagung für die Erkrankungsentwicklung eine wichtige Rolle. Derzeit sind verschiedene genetische Varianten bekannt, die gehäuft im Zusammenhang mit einem der sieben Subtypen von ARMD auftreten. Die beiden häufigsten Formen sind ARMD4, die mit einer Variante im Complement Factor H-Gen assoziiert ist und ARMD7, die mit einem Polymorphismus in der Promotorregion im HTRA-Serinprotease 1-Gen (HTRA1-512G>A) korreliert. Der CFH-Y402H-Polymorphismus (rs1061170) ist in heterozygoter Form mit einem ca. 2- bis 5-fach und homozygot mit einem 3- bis 8-fach erhöhten Risiko für die trockene Makuladegeneration (ARMD 4) und einem frühen Auftreten von Drusen assoziiert. Der HTRA1-512G/A-Polymorphismus (rs11200638) befindet sich im regulatorischen Promotorbereich des HTRA1-Gens und führt vermutlich zu einer erhöhten Genexpression. Homozygotie für diesen Polymorphismus scheint mit einem bis zu 8-fach erhöhten Risiko für die feuchte Makuladegeneration (ARMD 7) assoziiert zu sein.

Literatur

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