Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Loeys-Dietz-Syndrom Typ 4 (LDS4) [I71.1] [I71.2]

OMIM-Nummer: 614816, 190220 (TGFB2)

Dr. rer. nat. Karin Mayer

Wissenschaftlicher Hintergrund

2012 wurde sowohl durch SNP-Array-Analyse als auch durch Kopplungsanalyse ein weiterer Genort für TAAD auf Chromosom 1q41 lokalisiert und Mutationen im TGFB2-Gen identifiziert, das für einen von drei TGF-β-Liganden innerhalb der TGF-β-Signaltransduktion kodiert. Alle bisher identifizierten TGFB2-Mutationen führen zur Haploinsuffizienz. Die Mutationstypen umfassen sowohl komplette und intragene genomische Deletionen als auch Punktmutationen. Die Häufigkeit von TGFB2-Mutationen bei TAAD liegt zwischen 0,7 und 7%. Der klinische Phänotyp von Patienten mit TGFB2-Mutationen entspricht dem von Patienten mit Loeys-Dietz-Syndrom. TGFB2-Mutationen führen wie FBN1- und TGFBR1/2-Mutationen zu einer verstärkten TGF-β-Signaltransduktion in der Arterienwand bei den betroffenen Patienten. Die Erkrankung wird auch als Loeys-Dietz-Syndrom Typ 4 (LDS4) bezeichnet.

Literatur

Lindsay et al, Nat Genet 44: 922 (2012) / Boileau et al, Nat Genet 44: 916 (2012)