Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Sie befinden sich hier: Hypochondrogenesie

Letzte Änderung: 03.05.2016

Hypochondrogenesie [Q77.0]

OMIM-Nummer: 200610, 120140 (COL2A1)

Dr. rer. nat. Christoph Marschall

Wissenschaftlicher Hintergrund

Bei der Hypochondrogenesie handelt sich um ein autosomal-dominant vererbtes Leiden, welches in der Regel sporadisch (seltener familiär) auftritt. Als ursächlich können in den meisten Fällen Mutationen im COL2A1-Gen nachgewiesen werden, die zu einem Mangel an Typ II-Kollagen führen. Neugeborene mit Hypochondrogenesie sind in der Regel durch einen kurzen Oberkörper und kurze Extremitäten gekennzeichnet. Der Kopf ist oft überproportional groß und oval geformt, die Gesichtskontur ist flach mit weit auseinanderstehenden Augen. Die klinische Abgrenzung zur Achondrogenesie ist schwierig, da es sich vermutlich nur um unterschiedliche Schweregrade des gleichen Syndroms handelt. Der Formenkreis dieser Bindegewebserkrankungen wird gemeinsam mit Achondrogenesie, Spondylo-epiphysärer Dysplasie, Kniest-Syndrom und Stickler-Syndrom auch unter dem Begriff Kollagen Typ II-Erkrankungen zusammengefasst. Kollagen Typ II ist ein wichtiger Bestandteil der Knochen, des Knorpels und des Bindegewebes, Störungen der Synthese oder des Einbaus von Kollagen II führen in der Regel zu Skelettdysplasien.

Die gemeinsame molekulare Ursache dieser Erkrankungen sind Mutationen im COL2A1-Gen. Obwohl es zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch schwierig ist, eine klare Genotyp-Phänotyp-Zuordnung zu treffen, sind für die Hypochondrogenesie vor allem Glycinsubstitutionen in der Tripel-Helix-Domäne ursächlich.