Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

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Letzte Änderung: 12.04.2016

Dentatorubrale Pallidoluysische Atrophie (DRPLA) [G11.9]

OMIM-Nummer: 125370, 607462 (ATN1)

Dr. rer. biol. hum. Soheyla Chahrokh-Zadeh, Dr. med. Imma Rost

Wissenschaftlicher Hintergrund

Bei der DRPLA handelt es sich um eine autosomal-dominant vererbte neurodegenerative Erkrankung, die als Leitsymptome eine progrediente cerebelläre Ataxie sowie Myoklonusepilepsie, Choreoathetose und Demenz zeigt. Das Erkrankungsalter ist variabel, meist werden erste Symptome im frühen Erwachsenenalter manifest. Die DRPLA kommt in westlichen Ländern wesentlich seltener vor als z.B. in Japan.

Verursacht wird sie durch eine CAG-Repeat-Expansion im Atrophin-1-Gen ATN1. Wie bei anderen CAG-Triplett-Repeat-Erkrankungen wird auch hier eine Antizipation beobachtet, d.h. ein früheres Erkrankungsalter in aufeinanderfolgenden Generationen mit zunehmender Repeatlänge. Die Tatsache, dass eine Verlängerung des Repeats v.a. bei der Vererbung über den Vater auftritt, deutet auf eine Instabilität v.a. in der männlichen Keimbahn hin. Bei der prädiktiven Diagnostik werden gesunde Risikopersonen untersucht, in der Regel erstgradige Verwandte von Betroffenen. Laut Gendiagnostikgesetz (GenDG) soll bei jeder diagnostischen genetischen Untersuchung eine genetische Beratung angeboten werden. Bei prädiktiver genetischer Diagnostik muss laut GenDG vor der Untersuchung und nach Vorliegen des Resultates genetisch beraten werden, außer es liegt eine schriftliche Verzichtserklärung der Risikoperson nach schriftlicher Aufklärung über die Beratungsinhalte vor. Gemäß den Empfehlungen der Fachgesellschaften sollte eine psychotherapeutische Betreuung vor, während und nach der Untersuchungsphase bestehen.