Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Crouzon-Syndrom (Craniofaziale Dysostose Typ 1, CFD1) [Q75.1]

OMIM-Nummer: 123500, 176943 (FGFR2), 612247, 134934 (FGFR3)

Dr. med. Imma Rost, Dipl.-Biol. Christina Sofeso

Wissenschaftlicher Hintergrund

Das Crouzon-Syndrom tritt mit einer Häufigkeit von ca. 1:63.000 auf und hat einen Anteil von rund 5% an allen Kraniosynostosen. Betroffen ist meist die Koronarnaht, auch in Kombination mit weiteren Nahtsynostosen. Daraus resultiert meist eine Brachyzephalie. Die kurze vordere Schädelgrube führt zu einer Protrusio bulbi, oft mit Strabismus divergens. Der Visus kann eingeschränkt sein. Auch beim Crouzon-Syndrom ist das Mittelgesicht hypoplastisch mit einer prominenten Nase und einer mäßigen mandibulären Prognathie. Wirbelfusionen im Bereich der HWS sollen bei ca. 30% der Patienten vorliegen, leichte Hörstörungen bei bis zu 50%. Hände und Füße zeigen keine Fehlbildungen; die Intelligenz ist meist normal.

Das Crouzon-Syndrom tritt zu etwa 50% sporadisch und zu 50% familiär auf. Als Ursache wurden verschiedene Mutationen im FGFR2-Gen gefunden, bei sporadischen Fällen nur auf dem väterlichen Allel, was wie beim Apert-Syndrom auf einen starken väterlichen Alterseffekt hinweist (Paternal Age Effect). Derzeit bestehen nur chirurgische Therapieoptionen. Eine Sonderform stellt das Crouzon-Syndrom mit Acanthosis nigricans dar, das durch eine Ala391Glu-Mutation in FGFR3 verursacht wird.

Literatur

Roscioli et al, Am J Med Genet C Semin Med Genet 163C:259 (2013) / Derderia et Seaward, Semin Plast Surg 26:64 (2012) / Arnaud-Lopez, Clin Genet 72:405 (2007) / Eswarakumar et al, Proc Natl Acad Sci USA 103:18603 (2006) / Cohen, Am J Med Genet 136:313 (2005) / Grosso et al, Am J Med Genet 129:300 (2004)