Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

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Letzte Änderung: 12.04.2016

Creutzfeldt-Jakob Erkrankung, familiäre Form (CJD) [A81.0]

OMIM-Nummer: 123400, 176640 (PRNP)

Dr. rer. biol. hum. Soheyla Chahrokh-Zadeh,
Dr. rer. nat. Christoph Marschall

Wissenschaftlicher Hintergrund

Bei der Creutzfeldt-Jacob-Erkrankung handelt es sich um eine seltene, neurodegenerative, spongiforme Enzephalopathie auf der Grundlage einer subakuten Infektion durch ein pathogen wirkendes, sterisch verändertes Prionprotein (PrP). Die krankheitsverursachende Konformationsveränderung von PrP kann infektions- oder mutationsbedingt durch das codierende Gen PRNP bedingt sein. Die Erstmanifestationen der Erkrankung treten ab dem 3. bis zum 8. Lebensjahrzehnt auf, das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 61,5 Jahren. Die meisten Patienten versterben innerhalb eines Jahres nach Auftreten der Erkrankung.

Die Creutzfeldt-Jakob Erkrankung tritt weltweit mit einer Inzidenz von ungefähr 1:1.000.000 auf. Vergleichsweise häufig findet man die familiäre Form von CJD bei Chilenen und libyschen Juden (Inzidenz 1:20.000). Der Anteil familiärer CJD-Erkrankungen liegt bei Juden libyscher Herkunft etwa bei 40-50%. Ungefähr 10% aller Fälle folgen einem autosomal-dominanten Erbgang. In über 70% der weltweit untersuchten familiären CJD-Fälle konnte eine Punktmutation im PRNP-Gen identifiziert werden (E200K), die als ursächlich betrachtet wird. Darüberhinaus konnten in der jüngeren Vergangenheit einige genetische Varianten in den regulatorischen Regionen des PRNP-Gens nachgewiesen werden, die mit der sporadischen Form von CJD (sCJD) assoziiert zu sein scheinen. Weiterhin wurde im Zusammenhang mit der BSE-Erkrankung bei Rindern eine variante Form von CJD (vCJD) beschrieben, die offenbar übertragbar und damit erworben ist.