Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Kongenitale kontrakturelle Arachnodaktylie (CCA)

Dr. rer. nat. Christoph Marschall

Wissenschaftlicher Hintergrund

Die kongenitale kontrakturelle Arachnodaktylie (CCA) ist eine seltene autosomal-dominant vererbte Erkrankung, die einige Symptome wie Arachnodaktylie, Dolichostenomelie, Brustkorbdeformitäten und Kyphoskoliose mit dem häufigeren Marfan-Syndrom gemeinsam hat. Die CCA zeigt im Gegensatz zum Marfan-Syndrom keine kardiovaskuläre und okuläre Beteiligung.

Als molekulare Ursache der CCA konnten bislang ausschließlich Mutationen in dem zu FBN1 homologen Gen FBN2 identifiziert werden. Fibrillin-2, das Genprodukt von FBN2, wird präferentiell in elastischen Geweben wie der Tunica media der Aorta und entlang der Bronchien exprimiert. Alle bisher bekannten FBN2-Mutationen liegen im Bereich der Exons 23-34, einer analogen Region, in der im FBN1-Gen diejenigen Mutationen lokalisiert sind, welche mit der schweren, sog. neonatalen Form des Marfan-Syndroms assoziiert sind. Ähnlich wie bei FBN1 führen die meisten Mutationen in FBN2 zu Cysteinsubstitutionen in EGF-homologen Domänen.

Literatur

Callewaert et al, Hum Mutat 3:334 (2009) / Frederic et al, Hum Mutat 30:181 (2009) / Gupta et al, Hum Mutat Hum Mutat 19:39 (2002) / Robinson et al, J Med Genet 37:9 (2000) / Park et al, Am J Med Genet 78:350 (1998)