Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

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Letzte Änderung: 12.04.2016

Congenitale kontrakturelle Arachnodaktylie (CCA) [Q87.4]

OMIM-Nummer: 121050, 612570 (FBN2)

Dr. rer. nat. Christoph Marschall

Wissenschaftlicher Hintergrund

Die kongenitale kontrakturelle Arachnodaktylie (CCA) ist eine seltene autosomal-dominant vererbte Erkrankung, die einige Symptome wie Arachnodaktylie, Dolichostenomelie, Brustkorbdeformitäten und Kyphoskoliose mit dem häufigeren Marfan-Syndrom gemeinsam hat. Die CCA zeigt im Gegensatz zum Marfan-Syndrom keine kardiovaskuläre und okuläre Beteiligung.

Als molekulare Ursache der CCA konnten bislang ausschließlich Mutationen in dem zu FBN1 homologen Gen FBN2 identifiziert werden. Fibrillin-2, das Genprodukt von FBN2, wird präferentiell in elastischen Geweben wie der Tunica media der Aorta und entlang der Bronchien exprimiert. Alle bisher bekannten FBN2-Mutationen liegen im Bereich der Exons 23-34, einer analogen Region, in der im FBN1-Gen diejenigen Mutationen lokalisiert sind, welche mit der schweren, sog. neonatalen Form des Marfan-Syndroms assoziiert sind. Ähnlich wie bei FBN1 führen die meisten Mutationen in FBN2 zu Cysteinsubstitutionen in EGF-homologen Domänen.