Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

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Letzte Änderung: 12.04.2016

Apert-Syndrom [Q87.0]

OMIM-Nummer: 101200, 176943 (FGFR2)

Dr. med. Imma Rost, Dipl.-Biol. Christina Sofeso

Wissenschaftlicher Hintergrund

Das Apert-Syndrom kommt mit einer Häufigkeit von 1 : 50.000 - 100.000 vor und hat einen Anteil von rund 5% an den Kraniosynostosen. Betroffen sind meist die Koronar-, Sagittal- und/oder die Lambdanaht. Es resultiert eine Turribrachyzephalie mit Mittelgesichtshypoplasie, Protrusio bulbi, Hypertelorismus und relativer mandibulärer Prognathie. Die große Fontanelle ist meist sehr groß und schließt sich spät. Der Gaumen kann schmal und hoch sein; es kommen auch Gaumenspalten vor. Charakteristisch sind ausgeprägte Syndaktylien an Händen und Füßen, wobei meist zumindest die Strahlen II bis IV komplett zusammengewachsen sind. Daumen und Großzehen sind zumeist verbreitert und können eine Achsenabweichung zeigen. Assoziierte Fehlbildungen wie z.B. Fusionen von Halswirbeln kommen vor. Die Intelligenz ist bei ca. der Hälfte der Betroffenen unterdurchschnittlich.

Zu 98% tritt das Apert-Syndrom sporadisch, in nur 2% autosomal-dominant vererbt auf. Bei sporadischem Auftreten liegt das väterliche Alter über dem Durchschnitt, die verursachenden Mutationen treten immer auf dem väterlichen Allel auf (Väterlicher Alterseffekt). 99% der Betroffenen tragen eine von zwei Missense-Mutationen im FGFR2-Gen (S252W oder P253R).