Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

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Letzte Änderung: 26.10.2015

TNF-Rezeptor-1-assoziiertes periodisches Syndrom (TRAPS) [R50]

OMIM-Nummer: 142680191190 (TNFRSF1A)

Dr. rer. nat. Barbara Bangol, Dr. med. Kaimo Hirv

Wissenschaftlicher Hintergrund

Das TNF-Rezeptor-1-assoziierte periodische Syndrom (TRAPS) gehört zu den seltenen angeborenen periodischen Fiebersyndromen und wird autosomal-dominant mit reduzierter Penetranz vererbt. Im Mittel treten die ersten Symptome im 3. Lebensjahr auf, die Krankheit kann sich aber auch erst im Erwachsenenalter manifestieren. Betreffen kann TRAPS Patienten jeden ethnischen Ursprungs. Klinisch ist TRAPS durch rezidivierende Fieberepisoden charakterisiert, die etwa 7 Tage bis mehrere Wochen andauern. Begleitet werden die Attacken häufig von starken abdominellen Schmerzen, Myalgien, Arthralgien, Konjunktivitis und/oder periorbitalem Ödem sowie einem migratorischen, erysipelartigen Erythem. Zwischen den Schüben sind die meisten Patienten symptomfrei. Eine subklinische Inflammation führt jedoch bei etwa 20 % der unbehandelten bzw. spät diagnostizierten TRAPS-Patienten zu einer Amyloidose, die v.a. die Nieren betrifft. Symptomatische Therapie der Wahl ist die Gabe von Steroiden. Der lösliche TNF-α-Rezeptor Etanercept kann insbesondere bei Vorliegen eines Rezeptor-Abspaltungsdefekts eine alternative Therapieoption darstellen. Patienten mit Mutationen der Cysteinreste des TNF-Rezeptors zeigen eine gute klinische und laborchemische Antwort auf die Therapie mit Anakinra (IL-1 Rezeptorblocker).

Ursache der Erkrankung sind Mutationen im TNFRSF1A-Gen (TNF-Rezeptor-Superfamilie-1A), das für den Zellmembran-gebundenen Rezeptor TNFR1 (auch TNFR p55) codiert. Bindung von TNF-α an den Rezeptor führt u. a. zu Zytokinsekretion, Aktivierung von Leukozyten und Fieber. Als negative Rückkopplung wird der extrazelluläre Anteil des Rezeptors nach Stimulation von der Oberfläche abgespalten (shedding) und fängt in löslicher Form freies TNF-α ab. Fast alle der über 70 bekannten Mutationen (überwiegend missense-Mutationen) befinden sich in den Exons 2 - 4 und 6, die für die ersten beiden extrazellulären Rezeptordomänen und die Spaltungsstelle codieren.