Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

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Letzte Änderung: 16.03.2016

Borrelia burgdorferi (Lyme Borreliose)

Dr. med. Hartmut Campe, Dr. med. Hanns-Georg Klein

Wissenschaftlicher Hintergrund

Die Lyme-Borreliose ist mit bis zu 100.000 Neuinfektionen pro Jahr, die häufigste, durch Zecken übertragene Infektion in Deutschland. Sie wird durch verschiedene humanpathogene Borrelienarten (B. burgdorferi sensu stricto, B. garinii und B. afzelii) verursacht. In Europa sind Zecken der Art Ixodes ricinus der Überträger der Borrelien auf den Menschen. Nach einem Zeckenstich kommt es gehäuft im Sommer und Herbst zu Infektionen.

Zu den Symptomen einer akut verlaufenden Lyme-Borreliose gehören neben unspezifischen Allgemeinsymptomen (Kopfschmerzen, Arthralgie, Myalgie, gastrointestinale Beschwerden, Fieber nicht obligat) das mögliche Auftreten eines Erythema migrans, meist an der Zeckenstichstelle, das sich zentrifugal ausbreitet und sich auch disseminiert manifestieren kann. In Hautbiopsien aus der Umgebung der Stichstelle lassen sich die Erreger mittels PCR nachweisen. Außerdem können ein radikuläres Schmerzsyndrom und/oder Hirnnervenparesen auftreten. Beide Symptome weisen auf eine akute Neuroborreliose (lymphozytäre Meningoradikulitis/Bannwart-Syndrom) hin. Nach einer variablen Latenzzeit von wenigen bis zu mehreren Wochen kann es zu einer hämatogenen Aussaat der Erreger kommen. Da dieses Stadium klinisch meist unauffällig verläuft, ist der Zeitpunkt für einen positiven Erregernachweis im Blut nicht zu bestimmen. An das Stadium der Generalisierung können sich Spätmanifestationen der Borreliose anschließen (z.B. Borrelien-Arthritis, Acrodermatitis chronica atrophicans oder selten chronische Neuroborreliose). Die Erreger können je nach Verlaufsform im Liquor oder Gelenkerguss nachweisbar sein.