Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

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Letzte Änderung: 27.05.2016

Morbus Waldenström [C88.0-]

OMIM-Nummer: 153600, 602170 (MYD88)162643 (CXCR4)

Dipl.-Ing. (FH) Tanja Hinrichsen

Wissenschaftlicher Hintergrund

Das Morbus Waldenström oder auch Waldenströms Macroglobulinämie (WM) gehört zu den lymphoplasmozytischen Lymphomen (LPL) und ist definiert als LPL mit Involvierung des Knochenmarks und IgM monoklonaler Gammopathie jeder Konzentration. In ca. 20% der Patienten mit WM existiert eine familiäre Prädisposition. Klinischen Manifestationen sind Zytopenie durch die Knochenmarksinfiltration der lymphoplasmozytischen Zellen, Kryoglobulinämie, Kälteagglutinin-Syndrom, demyelinisierende Neuropathie und symptomatische Hyperviskosität.

Es gibt keine spezifischen chromosomalen Veränderungen in LPL. Etwa die Hälfte der Fälle mit Knochenmarkinfiltration zeigen eine 6q-Deletion. Eine Trisomie 4 findet sich in ca. 20% der Fälle mit WM. Trisomie 3 und Trisomie 18 sind selten.

Bisher konnte keine zugrundliegende Mutation in WM identifiziert werden. Jedoch zeigen etwa 90% der Patienten mit WM eine somatische Mutation im MYD88-Gen. Dabei kommt es zu einem Aminosäureaustausch von Leucin zu Prolin an der Position 265 in MYD88 (MYD88 L265P). MYD88 ist ein Adaptor-Molekül im Toll-like Rezeptor und Interleukin-1 Rezeptor Signalweg und spielt somit eine Rolle im NF-κB-Signalweg. Durch die MYD88 L265P-Mutation kommt es zu einer NF-κB-Signalübertragung und somit zur Proliferation der WM Zellen.

Obwohl sich die MYD88 L265P-Mutation auch selten bei Patienten mit Marginalzonen-Lymphom und Patienten mit IgM MGUS findet, kann die Mutation sehr hilfreich sein, diese Entitäten mit überlappenden morphologischen, immunophänotypischen, zytogenetischen und klinischen Eigenschaften gegeneinander abzugrenzen.

Etwa 30% der Patienten mit WM zeigen Mutationen im CXCR4-Gen. CXCR4 ist ein Chemokin-Rezeptor, der das Überleben von WM-Zellen begünstigt.

Basisdiagnostik Morbus Waldenström

- Differentialblutbild
- Zytochemie
- Immunphänotypisierung

(s. auch Kapitel Klin. Chemie/Immunbiologie)