Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Akute Leukämien - Einführung

Die akuten Leukämien sind durch eine klonale Proliferation und Akkumulation maligner entarteter, unreifer Zellen der Hämatopoese, sogenannter Blasten, im Knochenmark, im Blut und gegebenenfalls auch in anderen Organen gekennzeichnet. Je nach Art der betroffenen Zellreihe unterscheidet man zwischen der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) und der akuten myeloischen Leukämie (AML). Akute Leukämien treten in allen Altersstufen auf. Im Kindesalter sind über 90% ALL, während AML mit ihren Unterformen mit ca. 80% häufiger im Erwachsenenalter vorkommen.

Da beide Erkrankungen klinisch sehr heterogen sind, versucht man, die verschiedenen Formen in biologische und prognostische Subgruppen einzuordnen. Die Einteilung erfolgt über zytologische/histologische, zytochemische, immunologische und zytogenetische sowie molekulargenetische Untersuchungsmethoden. Bei der AML finden sich in 50-60% der Fälle chromosomale Veränderungen. Dabei handelt es sich vorrangig um spezifische balancierte Translokationen, die zur Subgruppenunterteilung und Prognoseabschätzung herangezogen werden. Bei der ALL hingegen spielt die Immunphänotypisierung bei der Klassifikation eine große Rolle.

(mod. nach Berger et al, Das Rote Buch, Hämatologie und Internistische Onkologie, 4. Auflage, 2010)