Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

Morbus Fabry [E78.6]

OMIM-Nummer: 301500, 300644 (GLA)

Dipl.-Biol. Christine Nitsch, Dipl.-Biol. Birgit Busse

Wissenschaftlicher Hintergrund

Morbus Fabry zählt zu den lysosomalen Speicherkrankheiten und ist eine angeborene, X-chromosomal vererbte Störung des Glycosphingolipid-Katabolismus, die durch eine herabgesetzte bzw. fehlende Aktivität des lysosomalen Enzyms Alpha-Galaktosidase A (GLA) bedingt ist. Ursächlich hierfür sind Mutationen im GLA-Gen. Der Enzymdefekt führt zu einer fortschreitenden systemischen Akkummulation von Glycosphingolipiden in verschiedenen Geweben und Organen. Zur Vermeidung schwerwiegender Komplikationen ist eine frühzeitige Diagnosestellung zur Therapieeinleitung von großer Bedeutung. Zu den Symptomen der Fabry-Erkrankung zählen Angiokeratome, Schmerzattacken, Funktionsstörungen verschiedener Organe, die im weiteren Krankheitsverlauf zu Schlaganfall, Herzinfarkt und Dialysepflicht führen können. Zeitpunkt der Erstmanifestation und Verlauf der Erkrankung sind hochvariabel, häufig beginnen die Beschwerden bereits im Kindesalter. Die Inzidenz des klassischen M. Fabry bei Männern wird auf ca. 1:40.000 geschätzt. Im Gegensatz zu den meisten anderen X-chromosomal vererbten Erkrankungen sind heterozygote Frauen selten asymptomatisch und können behandlungsbedürftige Symptome bis hin zum Vollbild der Erkrankung entwickeln. Seit 2001 besteht in Europa die Möglichkeit einer Enzymsubstitutionstherapie.

Literatur

Seydelmann et al, Best Pract Res Clin Endocrinol Metab 29(2):195-204 (2015) / Weidemann et al, Med Klinik 104:10 (2009) / Schiffmann R., Pharmacology & Therapeutics 122:65 (2009) / Auray-Blais et al, J Inherit Metab Dis,  Epub ahead of print (2009) / Schäfer et al, Hum Mutat. 25:412 (2005) / Eng et al, Am J Hum Gen 53:1186 (1993)