Zentrum für Humangenetik und Laboratoriumsmedizin, Dr. Klein, Dr. Rost und Kollegen

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Letzte Änderung: 12.04.2016

Ehlers-Danlos-Syndrom Dermatosparaxis Typ (EDS Typ VIIC) [Q79.6]

OMIM-Nummer: 225410, 604539 (ADAMTS2)

Dr. rer. nat. Karin Mayer

Wissenschaftlicher Hintergrund

Der sehr seltene, autosomal-rezessiv vererbte Dermatosparaxis EDS Typ (EDS Typ VIIC) ist durch eine extrem verletzliche, schlaffe Haut charakterisiert, die besonders im Gesicht überschüssig erscheint und an Cutis laxa erinnert. Weitere Symptome sind Hämatomneigung, vorzeitige Ruptur fetaler Membranen, Fragilität innerer Organe, große Nabel- und Leistenhernien, sowie Kleinwuchs und kurze Finger.

Die molekulare Ursache ist eine Prokollagen I-N-Proteinase Defizienz, die bei der Reifung der  pro-α1 (I) und pro-α2 (I) Kollagenketten zum Einbau der unreifen pNa1(I) und pNa2(I) Pro-Kollagenketten in die Kollagenfibrillen führt. Der Aufbau der Kollagenfibrillen wird dadurch derart gestört, dass im Querschnitt der Dermis in der Elektronenmikroskopie pathognomonische Hieroglyphen-artige Strukturen erkennbar sind.

Das ADAMTS2-Gen codiert für die Prokollagen I-N-Proteinase, eine Zink-Metalloproteinase der ADAMTS Familie, welche die Aminopropeptide der Typ I, Typ II und Typ III Prokollagene abspalten. ADAMTS (A Disintegrin-like And Metalloproteinase with ThromboSpondin type 1 motif) sind Anker-Proteine der extrazellulären Matrix (EZM). Bisher sind erst sechs verschiedene, inaktivierende ADAMTS2-Mutationen beschrieben, die meistens homozygot und seltener kombiniert heterozygot vorliegen. Darunter sind drei genomische Deletionen, die ein bis drei Exons umfassen.